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Interviews: Finanzen

[2010.08.27]Mit Claude Baumann, Mitgründer des Schweizer Finanzportals
„finews.ch“

Gespräch mit Claude Baumann, Partner, Finews AG, Zürich, www.finews.ch

Herr Baumann, können Sie unseren Lesern kurz „finews.ch“ vorstellen?

„finews.ch“ ist die erste und einzige Website für die Berufstätigen auf dem Schweizer Finanzplatz. Das Portal bietet laufend aktualisierte News aus der Branche, Personalwechsel, Hintergründe, Analysen, Kommentare sowie Klatsch und Tratsch. Immer seriös aufbereitet, kompetent geschrieben, aber manchmal auch mit einem Augenzwinkern.

…wie kamen Sie auf diese Geschäftsidee?

Der Finanzsektor ist der wichtigste Wirtschaftszweig der Schweiz. Er beschäftigt mehr als 200‘000 Personen. Und da soll es keine Website für diese Leute geben? Das war meine Feststellung vor drei Jahren. So fiel der Startschuss für „finews.ch“. Mit Peter Bohnenblust, langjähriger Chefredaktor der „Finanz und Wirtschaft“, sowie Ralph Pöhner, renommierter Autor der „Zeit“ und früher bei der „Weltwoche“, fand ich zwei hochkarätige Partner, um das Finanzportal von Anfang an professionell aufzugleisen.

Das Portal „finews – Treffpunkt der Finanzwelt“, ist innert kürzester Zeit zu einem Begriff in der Branche geworden. Haben Sie mit diesem Erfolg gerechnet?

Ehrlich gesagt, nicht so schnell. Beim Start Anfang 2009 haben wir uns zwei Jahre Zeit gegeben, um profitabel zu werden. Doch schon nach einem halben Jahr hatten wir die Kosten gedeckt, und seit diesem Jahr zahlen wir uns einen, wenn auch noch bescheidenen Lohn. Zudem beschäftigen wir zwei Redaktoren auf Teilzeit-Basis. Offensichtlich haben wir einen sensiblen Nerv der Finanz-Community getroffen; die Branche erlebt im Moment aber auch „bewegte“ Zeiten – was eine Menge zu schreiben gibt.

 


 

Kommen wir nochmals zum Inhalt. Gibt es da Ausbaupläne?

Sicher. Im Business-to-Business-Bereich existiert für uns noch ein enormes Wachstumspotenzial, gerade weil es in der Schweiz keine vergleichbaren Finanzportale gibt. Wir haben ein klar definiertes Zielpublikum mit Null Streuverlust. Wir wissen, für wen wir schreiben, und die Entscheidungsträger wissen, wer uns liest. So besehen sind wir eine ideale Plattform, sowohl für Branchen-News als auch im Werbemarkt. Inhaltlich werden wir die Bereiche Stellenvermittlung, Immobilien sowie ausgewählte Finanzprodukte ausbauen. Dafür sind wir mit verschiedenen potenziellen Partnern bereits im Gespräch.

Sie zählen zu den führenden Finanzjournalisten der Schweiz. Wie geht es unserem Finanzplatz heute?

Als ich 2008 das Buch „Swiss Banking – wie weiter?“ schrieb, überstürzten sich die Ereignisse regelrecht. Allein mit der UBS oder mit dem Bankgeheimnis geschahen unvorstellbare Dinge mit weitreichenden Konsequenzen. Nun befinden wir uns in einer Übergangsphase. Vieles ist noch unklar und ungewiss. Darum fällt es manchen Akteuren schwer, sich auf die künftigen Gegebenheiten einzustellen. Vor diesem Hintergrund werden die nächsten fünf Jahre zweifellos hart sein, zumal auch der (politische) Druck aus dem Ausland anhalten wird. Langfristig bin ich jedoch zuversichtlich. Kein anderes Land auf der Welt bietet mehr Vorzüge als die Schweiz. Alles kommt gut, vorausgesetzt, dass wir unsere Trümpfe nicht leichtsinnig verspielen.

Herr Baumann, vielen Dank für das Gespräch.

Das Interview führte Thomas J. Caduff, Chefredaktor.

Zur Person
Claude Baumann, geboren 1962, ist einer der Gründer des Schweizer Finanzportals „finews.ch“. Er schreibt auch für „Die Zeit“, „brand eins“ und die „Badische Zeitung“. Früher arbeitete er für die „Weltwoche“ und „Finanz und Wirtschaft“. Er publizierte mehrere Bücher, zuletzt: „Neustart – 50 Ideen für einen starken Finanzplatz Schweiz“.


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