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Interviews: Finanzen

[2011.05.20]Mit Pedram Payami von EFG Financial Products (Europe) GmbH,
 Frankfurt am Main

Interview mit Pedram Payami, Executive Director, Head Public Solutions, EFG Financial Products (Europe) GmbH, Frankfurt am Main, www.efgfp.com

Herr Payami, mit der Emission Ihres Zertifikats auf Aktien aus dem „Cloud-Computing“-Sektor greift EFG Financial Products ein Trendthema auf, welches derzeit aktiv in den Medien diskutiert wird. Worum handelt es sich bei diesem Produkt genau und wie sind Sie auf das Thema gekommen?

Wir sehen derzeit eine Umstellung in der Art und Weise, wie Firmen und Privatpersonen Computersysteme begreifen. Anstatt aufwendige eigene IT-Systeme zu betreiben, ermöglicht „Cloud Computing“, dass Firmen IT-Ressourcen von externen Quellen, der sogenannten „Wolke“, beziehen. Das ist insofern eine Innovation, dass Firmen nun sowohl Systemleistung, also Speicher- und Rechenkapazität, als auch spezifische Anwendungen wie z.B. Bürosoftware als Dienstleistung über die Wolke beziehen können. Diese Services müssen also nicht selbst bereitgestellt werden, sondern können flexibel nach Verbrauch abgerechnet werden.

Was bedeutet dies im Praxiseinsatz für die Anwender und welche Vorteile ergeben sich gegenüber herkömmlichen Ansätzen?

In der Praxis bedeutet „Cloud Computing“, dass Firmen sich kapitalintensive Investitionen in die eigene IT-Infrastruktur weitgehend ersparen und stattdessen auf dynamische Lösungen zurückgreifen können. Die Vorteile ergeben sich so aus der Skalierbarkeit und die Flexibilität dieser Plattformen. Die eingesetzte Leistung kann mit der Geschäftsentwicklung Schritt halten und je nach Nachfrage hoch- oder runterskaliert werden. Ein gutes Beispiel dafür sind Versandhändler, welche traditionell z.B. zu Weihnachten eine höhere Nachfrage nach ihren Produkten und Dienstleistungen verzeichnen. Die Leistung der eingesetzten IT-Systeme kann in diesen Zeiträumen an den Nachfrageanstieg angepasst werden. Ähnlich können auch Softwarelizenzen über Nutzungsdauer und Anwenderanzahl bezogen und abgerechnet werden, was die Beschaffung teurer Lizenzpakete überflüssig macht.

 


 

Das Vernetzen von Computersystemen ist im Prinzip nichts Neues und von vielen Unternehmen heisst es, dass diese „Cloud Computing“ bereits seit Jahren einsetzen. Warum entwickelt sich das Thema gerade jetzt als Trend?

In der Tat werden ähnliche Lösungen bereits seit längerem in verschiedensten Unternehmen eingesetzt. Der grosse Unterschied zu dem heutigen Entwicklungsstand ist die Integration der verschiedenen Bereiche. Bislang konnten Rechenkapazität, Software oder Datenspeicher durchaus extern bezogen werden, die Kombination aus allen drei Bereichen war jedoch selten möglich und diesen Lösungen mangelte es an Skalierbarkeit und Flexibilität. Aktuell beobachten wir verstärktes Interesse von Unternehmen an „Cloud-Computing“-Lösungen. Besonders die Kosteneinsparpotenziale und die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten machen den Einsatz in der heutigen Zeit besonders attraktiv. Auch die Akzeptanz dynamischer Lösungen ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen und eine aktuelle Studie* zu „Cloud Computing“ ergab, dass 33% der befragten Unternehmen eine Implementierung derartiger Technologien bereits innerhalb der nächsten zwei Jahre fest vorsehen und bereits 13% „Cloud-Computing“-Lösungen im Unternehmen einsetzen.

Und wie können Anleger an diesem Trend partizipieren?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, am Thema „Cloud Computing“ zu partizipieren. Auf der einen Seite bietet sich eine direkte Investition in die Unternehmen an, welche an dieser Entwicklung beteiligt sind. Für Anleger, welche jedoch diversifiziert am Trend „Cloud Computing“ partizipieren wollen – ohne eine Auswahl unter der Vielzahl an Unternehmen der Branche treffen zu müssen – hat EFG Financial Products ein Index-Zertifikat auf 15 ausgewählte und aussichtsreiche Unternehmen aufgelegt (Valor: 12799831). Das Zertifikat bildet die Wertentwicklung des Solactive® Cloud Computing Index ab, welcher halbjährlich angepasst wird. Die Managementgebühr beträgt 1,2% p.a. und das Zertifikat ist börsentäglich handelbar.

Quelle: IDC (2011)

Herr Payami, vielen Dank für das Gespräch.

Das Interview führte Thomas J. Caduff, Chefredaktor.

Zur Person
Pedram Payami absolvierte sein Studium der Internationalen Betriebswirtschaft an der Wirtschaftsuniversität Wien. Nach diversen Tätigkeiten bei internationalen Konzernen begann er bei der niederländischen ABN AMRO Bank (heute Royal Bank of Scotland) im Bereich Strukturierte Produkte. Erfahrungen konnte er dabei durch Tätigkeiten in London und Frankfurt sowohl im Vertrieb für Privatkunden als auch institutionellen Kunden sammeln. Zwischen 2007 und 2010 war Payami für den Zertifikatebereich in Österreich und für die Handelsplattform „marketindex“ zuständig. Seit 2010 ist Payami Leiter des öffentlichen Vertriebs bei EFG Financial Products.


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