QuantScreener.com


Mi 19. Jun 2013 - 10:41  |  Über uns  |  Kontakt  |  Land  CH DE
HOMEFLASH BESTELLENEXPERTENNEWSPOINTINTERVIEWSMÄRKTEWELTANALYSENVIDEOSLIFESTYLE 

Interviews

[2012.06.01]  Mit Markus Winkler von der VGZ Vermögensverwaltungs-
  Gesellschaft Zürich, Zürich

Fragen an Markus Winkler, VGZ Vermögensverwaltungs-Gesellschaft Zürich, Zürich, www.vgz.ch

Herr Winkler, Medien wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ nennen Sie auch „Mr. Vietnam“. Wie kam es dazu?

Da ich mich seit 1994 – und seit 2001 sehr intensiv – mit Vietnam befasse, die Finanzindustrie Vietnam bisher aber vollständig vernachlässigt hat, wurde ich gewissermassen zum europäischen “Kompetenzzentrum“ für Vietnam und damit Anlaufstelle nicht nur für Journalisten sondern auch institutionelle Anleger und selbst Banken. Der CEO einer Zürcher Bank hat mir deshalb den Übernamen “Mr. Vietnam“ gegeben, was bis Vietnam durchgedrungen ist und 2005 Anlass für ein Interview mit einer der auflagenstärksten vietnamesischen Zeitungen war.

Das heisst, Sie bereisen Vietnam von Zeit zu Zeit? Was hat sich in den letzten fünf Jahren am meisten verändert?

Ich reise jedes Jahr drei- bis viermal nach Asien und speziell Vietnam, um Gesellschaften und Projekte zu besuchen, in die wir indirekt (d.h. über Fonds) investiert haben. Die Entwicklung von Vietnam ist atemberaubend. Am einfachsten erkennt man dies an der Skyline von Saigon (siehe Foto) oder dem Verkehr. 1994 waren es noch 90 Prozent Fahrräder, heute machen diese höchstens noch 5 Prozent aus. Und wenn man bedenkt, dass Vietnam 1990 noch auf Nahrungsmittelhilfen angewiesen war, 15 Jahre später aber bereits zum zweitgrössten Exporteur von Kaffee und Reis mutierte, dann kann man die Dynamik und Schaffenskraft der Vietnamesen etwas erahnen.

Die vietnamesische Börse ist seit Beginn des Jahres stark gestiegen. Können Sie uns ein paar Zahlen dazu geben und wie sehen Sie die mittel- bis längerfristige Perspektive? Und warum war die Performance in den vergangenen zwei Jahren dermassen enttäuschend?

Vietnam ist eine Macro-Story, die noch Jahrzehnte andauern wird. Vietnam steht heute entwicklungsmässig etwa da, wo China vor 15 Jahren, Thailand vor 25 Jahren und Südkorea vor 35 Jahren waren. Aufgrund der hohen Leistungsbereitschaft in dem sehr dynamischen asiatischen Umfeld wird Vietnam sehr schnell aufholen. Auf den ersten Vietnam-Hype 2006/07 folgte eine Kurskorrektur, welche durch die globale Finanzkrise vertieft und verlängert wurde. Steigende Weltmarktpreise für Energie und Nahrungsmittel sowie eine expansive Geld- und Kreditpolitik führten zu einem Teuerungsschub, der die Zentralbank zwang, auf die Bremse zu stehen. Aus diesem Grund serbelten die vietnamesischen Aktien in den letzten zwei Jahren (siehe VN-Index in VND seit 2005). Die Inflation ist nun besiegt und deshalb begann die State Bank of Vietnam, im März die Zinsen zu senken und die Kreditbedingungen zu lockern. Dies hat der Börse wieder Auftrieb gegeben. Weil die Aktienbewertungen in Vietnam etwa halb so hoch wie in Indonesien, Philippinen und Thailand sind, besteht noch grosses Aufholpotenzial.

Wenn Anleger in unseren Breitengraden an die asiatische Wachstumsstory denken, kommt gleich China in den Sinn. Sollte Vietnam Ihrer Meinung nach stärker in den Fokus gerückt werden?

Heute in Vietnam anzulegen, ist etwa so, wie wenn Sie das Rad der Zeit auf 1998 zurückdrehen und in China investieren könnten. Mit anderen Worten besitzt Vietnam ein enormes Aufholpotenzial. China besticht durch seine schiere Grösse. Es ist jedoch nicht einfach, ein so grosses Land zu führen, vor allem, wenn dieses aus über 50 verschiedenen ethnischen Gruppen mit eigener Sprache besteht. Die ethnischen und sozialen Spannungen sowie Unzufriedenheit mit dem politischen System nehmen zu. Durch die von Mao eingeführte Ein-Kind-Politik verschlechtert sich die demografische Struktur zudem beängstigend schnell. Infolge 35 Jahren Krieg ist die Bevölkerung in Vietnam sehr jung und auch praktisch homogen. Immer mehr internationale Konzerne eröffnen Produktionsstätten in Vietnam, um von den bienenfleissigen und günstigen Arbeitskräften zu profitieren (Lohnkosten etwa ein Viertel von China). Deshalb favorisiere ich Vietnam ganz klar.

Wie können denn Investoren aus der Schweiz an dieser Story partizipieren? Haben Sie einen Produktvorschlag zur Hand?

Vietnam fristet auch heute noch ein Mauerblümchendasein und europäische Banken können bestenfalls einen ETF vorschlagen. Diese legen in den gleichen 10 bis 20 grosskapitalisierten und liquiden Werten an, welche deshalb viel teurer als der Gesamtmarkt sind. Es gibt jedoch eine Beteiligungsgesellschaft VietNam Holding Ltd., welche in London und auch in Frankfurt / Xetra gehandelt wird (Ticker: VNH:LN bzw. VH1:GR, Valor 2570631). Deren Portfolio ist erstklassig und Corporate Governance wird gross geschrieben. Das durchschnittliche KGV des Portfolios liegt um 6 (etwa halb so hoch wie bei den ETFs) und die Aktie wird erst noch mit einem Discount von ca. 15 Prozent zum inneren Wert gehandelt. Weitere Informationen finden Sie auf der folgenden Website: www.vnham.com/vietnam-holding.aspx

Herr Winkler, vielen Dank für das Interview.

Das Interview führte Thomas J. Caduff, Chefredaktor.

Zur Person
Nach dem Studium an der Universität St. Gallen (HSG) und Ausbildung bei zwei Schweizer Grossbanken gründete Markus Winkler die VGZ Vermögensverwaltungs-Gesellschaft Zürich, Zürich. Als Verwaltungsratspräsident heute verantwortlich für die Anlagestrategie. Besonderes Interesse an Unterbewertungssituationen und Emerging Markets. Aufsichts- oder Beirat verschiedener Emerging-Market-Fonds. Mitgründer und während Jahren Vorstand des Verbandes Schweizerischer Vermögensverwalter (VSV) sowie der Schutzgemeinschaft der Investoren Schweiz.

Zurück



BB Biotech AG
Dr. Daniel Koller
Interview, März 2013

Quelle: BB Biotech AG

Pressespiegel - Märkte

Was steckt hinter dem weltweiten Kurseinbruch?
Mit einem Kurssturz unter 8.000 Punkten folgt der Dax am Donnerstag dem weltweiten...
Fondsanalyse: Deutsche Bank strebt bei Anlagefonds nach den Sternen
Die Zusammenführung der Vermögensverwaltung in der DeAWM ist eine Mammutaufgabe...
Abwärtsserie: Kurssturz drückt Japans Nikkei um 6,4 Prozent
Japans Aktienindex Nikkei ist auf Schussfahrt. Eine Serie schwerer Kursstürze erschüttert...
Preiseinbruch: Hedge-Fonds lassen Gold links liegen
Gold wird immer unbeliebter – zumindest auf dem Papier. Zahlreiche Hedge-Fonds trennen...
Steigende Depot-Zahlen: Kehren die Privatanleger an die Börse zurück?
Seit dem Ende des Börsenhypes zur Jahrtausendwende lassen Millionen Deutsche die Finger von Aktien...
Weiter

Leser fragen...

Ich leite eine Vermögensverwaltung auf der deutschen Seite des Bodensees, und wir haben einen Kooperationspartner in Zürich. Anfangs Juni beginnen wir mit der Formulierung der Anlagestrategie für das dritte Quartal. Während wir bezüglich Aktien und Anleihen eine klare Meinung haben, sind wir für den Bereich Rohstoffe ziemlich ratlos. Die Edelmetallpreise sind unter Druck, jener für Rohöl kommt nicht vom Fleck und Einschätzungen für Agrargüter und Industriemetalle waren noch nie einfach. Wir überlegen uns schon heute ernsthaft, Rohstoffe als strategisches Element in der Assetallokation bis auf weiteres zu streichen und stattdessen taktisch vorzugehen. Anderseits ist die Stimmung momentan dermassen gedrückt, dass sich vielleicht ein zaghafter Einstieg bald lohnen könnte. Sie merken aus meiner E-Mail: Ich habe echt Mühe, in diesen Wochen die Vermögensklasse Rohstoffe im Gesamtkontext einzuordnen. Deshalb meine Frage: Wie sehen Ihre Experten die weitere Entwicklung?
Dank einer Erbschaft bin ich zu einem (für meine Verhältnisse) schönen Vermögen gelangt. Ich würde mich als aktive selbstentscheidende Privatanlegerin bezeichnen. Mein Depot bewirtschafte ich mit ETFs und Fonds und dies mit ansprechendem Erfolg bei gleichzeitig vernünftigem Zeitaufwand. Nun möchte ich mir alles noch etwas einfacher machen und bin auf die Idee gekommen, einfach das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) des entsprechenden Index mit anderen Indizes zu vergleichen – auch historisch – und so abzuleiten, ob ein Markt nun günstig oder teuer bewertet ist. Wenn dies wirklich so einfach wäre, würden es wahrscheinlich alle Anleger tun. Oder ist meine Idee super? Dies möchte ich gerne Ihre Experten fragen. Danke im Voraus.
Ich leite eine Vermögensverwaltung mittlerer Grösse. Wir sind auf dem Research-Verteiler einiger Banken und Broker. Sie können sich bestimmt vorstellen, wie viel Analysematerial in einer Woche zusammenkommt. Was für unsere Arbeit dabei aber deutlich zu kurz kommt, ist die Technische Analyse. Da scheint das Analyseangebot in Europa sehr dünn zu sein – im Gegensatz zu den USA, wo ich einige Jahre arbeitete. Kennen Ihre ETF- und Fonds-Experten vielleicht entsprechende Quellen?
In unserer Vermögensverwaltung haben wir zahlreiche Mandate, in denen ein Teil „Fixed Income“-Anlagen vorhanden sein müssen. Wir haben breitflächig in entsprechende ETFs investiert. Wir suchen aber für einige Kunden noch spezielle Ansätze wie beispielsweise CAT-Bonds und Wandelanleihen-Fonds. Ich habe gesehen, dass Sie dafür Experten haben (Deutschland und/oder Schweiz). Danke für ein paar Ausführungen dazu und ob es noch weitere Zinsanlagen in Form von Fonds gibt, die einen besonderen „Kick“ haben.
Als Vermögensverwalter werde ich seitens meiner Kunden dann und wann nach wirklichen Exoten-Investments gefragt, die idealerweise mittels aktiv verwalteten Fonds abgedeckt werden. Haben Ihre Experten zwei, drei solche Ideen zur Hand?
Weiter


 Partner

ICN Trust Finance AG

FEEDBACK