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Interviews

[2012.06.15]  Mit Malek Bou-Diab von Bellevue Asset Management AG,
  Küsnacht

Fragen an Malek Bou-Diab, Portfolio Manager, Bellevue Asset Management AG, Küsnacht, www.bellevue.ch

Herr Bou-Diab, in Ägypten finden rund ein Jahr nach den Volksunruhen die ersten freien Präsidentschaftswahlen in der Geschichte statt. Es steht die zweite Wahlrunde mit zwei Kandidaten an. Was ist von Ihnen zu erwarten?

Das Ergebnis der ersten Runde überraschte sowohl die Wahlbeobachter als auch die Bevölkerung. Während die Prognosen auf ein Rennen zwischen dem ehemaligen Aussenminister Amr Moussa und dem Islamisten Moneim Aboul Fotouh hindeuteten, setzten sich schliesslich mit Mohamed Mursi und Ahmed Shafiq die zwei am meisten polarisierenden Kandidaten durch. Beide Kandidaten vertreten wirtschaftsfreundliche Positionen.

Wie verhalten sich die Investoren im Angesicht dieser Wahlen?

Der Tenor an den Märkten zeigt, dass sich die ausländischen Investoren für den Moment noch zurückhalten, während lokale Anleger in Schwächephasen zukaufen. Letztere sind deutlich positiver gestimmt, was die langfristigen Aussichten betrifft. Vereinzelte Kommentare über ein Scheitern der Revolution sind unseres Erachtens deutlich verfehlt, war doch der Volksaufstand erst der Anfang eines mehrjährigen Transitionsprozesses. Dass die ersten freien Wahlen in der Geschichte des Landes weitgehend friedlich und fair verlaufen sind, ist klar als Erfolg zu werten.

Was ist Ihre Einschätzung des Zwischenergebnisses aus Investorensicht?

Die langfristige wirtschaftliche Prosperität steht bei beiden Kandidaten im Zentrum und weit vor radikalen bzw. islamistischen Programmen. Liberalisierungen, Privatisierungen oder Steuererleichterungen bilden Themenschwerpunkte in den Agenden von Mursi als auch von Shafiq. Beide vertreten sie unternehmensfreundliche Reformen und Massnahmen zur Stärkung der Fiskalposition des Landes. Zwecks Legitimierung ihrer künftigen Regierungen werden auch soziale Programme angesprochen. Mit dem Verdikt gegen den früheren Machthaber Mubarak wurde zudem Anfang Juni ein weiterer Unsicherheitsfaktor aus dem Weg geräumt.

Gibt es also keine Risiken mehr bezüglich Ausgang des zweiten Wahlgangs?

In Bezug auf den Wahlausgang nach dem 17. Juni bleibt ein politisches Risiko bestehen, sollte der Gewinner von der Bevölkerung nicht akzeptiert werden. Darüber hinaus bleibt die übliche Frage nach der Umsetzung der während der Wahlkampagnen gemachten Versprechungen, so bringt keiner der Kandidaten einen echten politischen Leistungsausweis mit.

Wie sollten sich interessierte Investoren derzeit positionieren?

Die Finanzwelt will Ergebnisse viel zu früh und viel zu schnell – politische, soziale und wirtschaftliche Transitionsprozesse benötigen ihre Zeit. Doch ist positiv zu vermerken, dass sich die ägyptischen Unternehmen nach den Unruhen weit besser als erwartet entwickelten: Die Börse in Kairo legte im Jahresverlauf um mehr als 23% zu. Nach vereinzelten Gewinnmitnahmen halten wir mit rund 18% noch einen bedeutenden, aber unterdurchschnittlichen Anteil ägyptischer Unternehmen in unserem Aktienfonds BB African Opportunities. Unser Fokus liegt derzeit auf überregional ausgerichteten Unternehmen, die ihre Erträge in Nordafrika und in den Golfstaaten erwirtschaften und die einen Grossteil ihres Einkommens in US-Dollar erzielen. Auch die Banken sind gut für einen Aufschwung gerüstet. Daneben richten wir unseren Fokus auf Spezialsituationen, so wie im Februar die Übernahme von Mobinil durch France Télécom.

Herr Bou-Diab, vielen Dank für das Gespräch.

Das Interview führte Thomas J. Caduff, Chefredaktor.

Zur Person
Malek Bou-Diab ist libanesisch-schweizerisches Doppelbürger und stiess Mitte 2009 als Senior Portfolio Manager für den Bereich New Markets zu Bellevue Asset Management. Dort hat er die Verantwortung für den Aktienfonds BB African Opportunities inne. Davor managte Malek Bou-Diab bei Julius Bär einen Afrika-Fonds. Von 2003 bis 2007 arbeitete er als quantitativer Risiko-Analyst bei der Deutschen Bank in London. Malek Bou-Diab promovierte in theoretischer Physik an der ETH Zürich. Er verbrachte einen Grossteil seiner Jugend im Mittleren Osten, wo er eine international ausgerichtete Ausbildung genoss und Arabisch und arabische Literatur studierte.

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BB Biotech AG
Dr. Daniel Koller
Interview, März 2013

Quelle: BB Biotech AG

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Leser fragen...

Ich leite eine Vermögensverwaltung auf der deutschen Seite des Bodensees, und wir haben einen Kooperationspartner in Zürich. Anfangs Juni beginnen wir mit der Formulierung der Anlagestrategie für das dritte Quartal. Während wir bezüglich Aktien und Anleihen eine klare Meinung haben, sind wir für den Bereich Rohstoffe ziemlich ratlos. Die Edelmetallpreise sind unter Druck, jener für Rohöl kommt nicht vom Fleck und Einschätzungen für Agrargüter und Industriemetalle waren noch nie einfach. Wir überlegen uns schon heute ernsthaft, Rohstoffe als strategisches Element in der Assetallokation bis auf weiteres zu streichen und stattdessen taktisch vorzugehen. Anderseits ist die Stimmung momentan dermassen gedrückt, dass sich vielleicht ein zaghafter Einstieg bald lohnen könnte. Sie merken aus meiner E-Mail: Ich habe echt Mühe, in diesen Wochen die Vermögensklasse Rohstoffe im Gesamtkontext einzuordnen. Deshalb meine Frage: Wie sehen Ihre Experten die weitere Entwicklung?
Dank einer Erbschaft bin ich zu einem (für meine Verhältnisse) schönen Vermögen gelangt. Ich würde mich als aktive selbstentscheidende Privatanlegerin bezeichnen. Mein Depot bewirtschafte ich mit ETFs und Fonds und dies mit ansprechendem Erfolg bei gleichzeitig vernünftigem Zeitaufwand. Nun möchte ich mir alles noch etwas einfacher machen und bin auf die Idee gekommen, einfach das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) des entsprechenden Index mit anderen Indizes zu vergleichen – auch historisch – und so abzuleiten, ob ein Markt nun günstig oder teuer bewertet ist. Wenn dies wirklich so einfach wäre, würden es wahrscheinlich alle Anleger tun. Oder ist meine Idee super? Dies möchte ich gerne Ihre Experten fragen. Danke im Voraus.
Ich leite eine Vermögensverwaltung mittlerer Grösse. Wir sind auf dem Research-Verteiler einiger Banken und Broker. Sie können sich bestimmt vorstellen, wie viel Analysematerial in einer Woche zusammenkommt. Was für unsere Arbeit dabei aber deutlich zu kurz kommt, ist die Technische Analyse. Da scheint das Analyseangebot in Europa sehr dünn zu sein – im Gegensatz zu den USA, wo ich einige Jahre arbeitete. Kennen Ihre ETF- und Fonds-Experten vielleicht entsprechende Quellen?
In unserer Vermögensverwaltung haben wir zahlreiche Mandate, in denen ein Teil „Fixed Income“-Anlagen vorhanden sein müssen. Wir haben breitflächig in entsprechende ETFs investiert. Wir suchen aber für einige Kunden noch spezielle Ansätze wie beispielsweise CAT-Bonds und Wandelanleihen-Fonds. Ich habe gesehen, dass Sie dafür Experten haben (Deutschland und/oder Schweiz). Danke für ein paar Ausführungen dazu und ob es noch weitere Zinsanlagen in Form von Fonds gibt, die einen besonderen „Kick“ haben.
Als Vermögensverwalter werde ich seitens meiner Kunden dann und wann nach wirklichen Exoten-Investments gefragt, die idealerweise mittels aktiv verwalteten Fonds abgedeckt werden. Haben Ihre Experten zwei, drei solche Ideen zur Hand?
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